Das Ende ist, wie bei so vielen Spielen der Zeit, nicht viel mehr als ein Aufstellen der überlebenden Charaktere und einem Gratulationstext.
Naja, der Platz war halt damals noch beschränkt und das merkt man auch sonst beim Spiel.
Ganz viele Gegner sind zum Beispiel nur Palette-Swaps voneinander. Das macht der Amiga allerdings sehr gut, man kann bei DOS-Screenshots sehen, dass die EGA-Grafiken auf einige dieser Palette-Swaps verzichten muss.
Und gerade große Schlachten sind überhaupt nicht inszeniert. Schade, schade. Aber okay, bei 5000 Reitern gegen 8000 Orks wäre das vielleicht zu viel gewesen. Eine Art dritte Strategiekarten-Ansicht für die Kämpfe wäre nett gewesen.
Es spielt sich halt schlussendlich auch sehr viel in der eigenen Fantasie ab: Wenn man mit seinen Armeen den Weg zum Schicksalsberg freiräumt, so dass Frodo und Sam (ja, ich habe die Gruppen wie im Buch gemacht) heimlich mit dem Ring vorbei "schleichen" (naja, das wilde herumgeklicke, damit die Figuren bitteschön den richtigen Weg laufen, kann manchmal ein bisschen mühsam sein - sonst suchen sie sich immer den kürzesten Weg), ist schon irgendwie spannend.
Derweil verteidigen Merry und Pippin mit den Ents(!) die großen Städte.
Sauron schickt nämlich immer wieder Truppen zu den fünf großen Städten - wenn man drei davon verliert, ist das Spiel aus.
Das ist schon großes (Kopf-)Kino!
Fazit: Das Spiel hat mir erstaunlich viel Spaß gemacht! Mit Sicherheit ein Spiel, in das ich mich als Jugendlicher nie hineingefuchst hätte.
Allerdings hat es erzähltechnisch dann doch arg wenig Fleisch am Knochen.
Eine Empfehlung von mir? Hm, ja, wenn man so taktische Strategiespiele ohne direkten Einfluss mag, dann ist es ein richtig cooles Spiel.
Wenn man Herr der Ringe mag, dann umso mehr, weil man die Szenen auch im Kopf hat, die man nachspielt oder vielleicht sogar besser macht als die Strategen im Buch.
