Seit über einem Jahr tummeln sich Sam & Max schon wieder über diverse Bildschirme und auch die 2. Staffel lädt schon zum spielen ein, Zeit die 1. Staffel unter die Lupe zu nehmen.
Die beiden Anarchocops Sam & Max hatten es lange schwer, einen neuen Fall zu bekommen. Eigentlich sollten sie ja schon 2003 einen neuen bekommen, daraus wurde aber bekanntlich nicht viel. (besser gesagt, die beiden wollen über den Fall nicht reden, jedoch sind in ihrem Büro noch diverse Anspielungen auf diesen Fall zu finden) Nun also, ganze 13 Jahre nach dem letzten, geht es wieder los. Der Commissioner hat ganze 6 Fälle für die Beiden und alle haben etwas gemein, denn in jedem Fall sind Menschen Opfer von Hypnotisierungen. So müssen ehemalige TV Stars wie auch aktuelle befreit werden, aber selbst der US Präsident und das Internet sind den bösen Hypnostrahlen nicht gewappnet.
Die Grafik ist in einem einfach Comicstil gehalten, jedoch kann auch der Stil nicht vertuschen, dass die Engine nicht grade die schönsten Grafiken zaubert, Die Animationen sind ganz nett gemacht, Sam & Max sind nett animiert, jedoch sind die anderen Charaktere eher dürftig animiert. In Cut Szenen jedoch sieht man immer wieder sehr schön animierte Charaktere, besonders Hase und Hund agieren sehr schön, auch ihr unfreiwilliger Mitbewohner Jimmy Zwei-Zahn (Two-Teeth) glänzt gerne mit netten Animationen.
Die Schauplätze sind nett gemacht, jedoch ist durch das Episodenkonzept bedingt, die heimatliche Straße stets dabei und auch immer eine der Hauptschauplätze. Dadurch geht einem irgendwann die Straße auf den Geist, die meisten anderen Schauplätze sind aber sehr nett gemacht und im Gegensatz zu der heimischen Straße abwechslungsreich.
Etwas störend fallen die unverständlicherweise variieremden Ladezeiten beim Wechsel des Schauplatzes auf. Mal geht es ohne Ladezeit, dann wieder wartet man längere Zeit. Da dies immer durch puren Zufall geschieht, ist das recht ärgerlich, da die Engine keine lange Ladezeiten haben sollte (und oftmals eben auch nicht hat)
Im Hintergrund dudelt meist ein Stück im Jazzstil durch die Boxen, jedoch haben manche Schauplätze auch eher zugehörige Musik zu bieten. So spielt zum Beispiel im Internet eine Musik in bester End 80er Manier. Als besonderes Schmankerl gibt es in Episode 4 und 5 sogar ein paar Gesangseinlagen. Während in Episode 4 nichts eingedeutscht wurde, wurde das Lied in 5 eingedeutscht, dies war aber auch eher Sprechgesang. Dieses Lied fällt jedoch durch die teilweise mangelhafte Lokalisation dieser Episode eher negativ auf.
Im großen und ganzen wurde Sam & Max gut lokalisiert, nicht sehr gut, aber gut. Die Synchronisation ist mM immer gelungen, so wurden immer passende Stimmen gewählt. Jedoch ist dann im weiteren gerne mal geschlampt worden. So konnten sich die Leute bei Jowood nicht einigen, was sie übersetzen wollten und daher gibt es öfter mal einen Mix aus deutschen und viel öfter englischen Schildern. Da wäre weniger mehr gewesen, allein wegen der Stimmung halber. So ist zB das Schild von Bosco (einer der Hauptschauplätze) in 5 der 6 Episoden eingedeutscht, nur in der mangelhaft 5. nicht. Die 5. fällt aber öfter durch die schlechte Lokalisation auf. So ist das Lied in dieser Episode ein Kanon aus dem englischen und deutschen Text, wodurch das spaßige Lied einen erheblichen Nervfaktor bekommt. Außerdem gibt es manchmal englische Sprachsamples zu hören anstatt der deutschen. Die letzten Episoden haben wohl keine große Qualitätssicherung mehr durchgemacht. Auch störend ist aufgefallen, dass sich in Episode 6 der Name eines Charakters plötzlich ändert, vom eingedeutschten zu seinem originalen Namen. Es kommt auch öfter mal vor, dass deutsche Wörter in Grafiken verschwinden, da der vorhandene Platz zu klein ist, sehr unschön.
Ansonsten ist aber auch da gut gearbeitet worden und es wurde sich zumindest bemüht, eine vernünftige Lokalisation zu schaffen. Die Witze wurden teilweise übersetzt, und die, die man nicht retten konnte, wurden zumindest versucht im Deutschen einen neuen Sinn zu geben, was überraschend gut klappt, solange Max nicht von Merkel redet. (OK, eine Merkelanspielung war gut!) So ist die Lokalisation ein zweischneidiges Schwert, aber da mir die Synchro gefallen hat (dadrüber kann man sich bekanntlich streiten) kann ich das Spiel auch auf Deutsch empfehlen. Falls man dem englischen mächtig ist, sollte man aber zumindest die 5. auf Englisch nochmal spielen.
Die Rätsel schwanken zwischen logisch bis herzlich unlogisch, jedoch dem Setting entsprechend wieder passend. So wird zB aus einer Abhörwanze im realen Leben mit eintauchen in die virtuelle Welt der 5. Episode zu einem Computerbug oder man muss eine Torte aus Kräutern backen und dann mit Ketchup verschönern. Wirkt alles herzlich unlogisch, ist aber wie gesagt in der Welt von Sam & Max zu verkraften. Die Rätsel sind meist auch nicht schwer, zumal es wegen des Episodenkonzeptes eh nicht viele Schauplätze für wichtige Gegenstände gibt. Nervig ist aber, dass man einen Gegenstand mehrmals nutzen muss, über mehrere Episoden verteilt, sowas ist eigentlich ein NoNo, kommt aber auch sehr selten vor.
Die Steuerung ist sehr einfach gehalten. Die rechte Maustaste ist für das Interagieren da, also mit einem Klick werden Gegenstände benutzt, angeguckt oder mit Personen geredet. Die linke Maustaste wird nur im Inventar genutzt um Gegenstände anzuschaun.
Andere Erleichterungen gibt es in dem Spiel nicht. Weder kann man den behäbig gehenden Sam zum Rennen animieren, noch zum kompletten Abkürzen des Gehweges. Da die Episoden aber eh nicht so groß sind, ist das verschmerzbar, da man selten unnötige Wege geht. Außerdem glänzt die Hotspotanzeige mit Abwesenheit, ist aber auch nicht so schlimm, da man in der heimatlichen Straße eh sofort sieht, was man mitnehmen sollte und die wichtigen Hotspots sind auch nie zu klein.
Die Optionen sind auch nicht so schön umgesetzt, so muss jede Episode neu eingestellt werden in Auflösung und deaktivieren der Untertitel. Das nervt ganz schön und wäre sicher leicht zu umgehen. Die Eigenschaft der Pseudoeinstellung Warpgeschwindigkeit hat sich mir auch nicht erschlossen, gibt nichtmal eine Gagnachricht wie einst beim fiktiven Monkey Island 3.
Sam & Max sind zurück und wie! Die Episoden glänzen mit dem typischen Anarchowitz und netten Episoden. Die deutsche Lokalisation ist wie bereits erwähnt größtenteils gut und auch zu empfehlen, schade, dass die Qualitätssicherung gegen Ende geschlampt hat. Das Episodenkonzept ist ganz nett gemacht, so kann man sich das Spiel schön einteilen, aber viel mehr als einen Tag sollte man für keine Episode einplanen. Wer bereits das erste Abenteuer mochte, wird sicher nicht enttäuscht werden, wer jedoch nichts mit dem Humor anfangen konnte, sollte eher weg bleiben.
Ich hoffe, dass die 2. Staffel aber noch besser wird, besonders die Geschichte sollten sie besser an das Serienkonzept anpassen.
Grafik: 2 (Kleiner Abzug wegen den Modellen, aber die schönen Grafiken überwiegen doch deutlich)
Sound: 2
Spielstory: 2 (Da müssen die noch bisschen üben)
Bedienung: 1- (bitte nächstes mal bisschen Beschleunigung)
Rätseldesign: 2 (sehr oft abgedreht, aber meist logisch innerhalb des Settings)
Spielmotivation: 2 (Nach Episode 1 gibts ein stetiges auf, erst das Ende enttäuscht etwas)