Wir werden alle älter

Begonnen von Dragondancer, 01.12.2003, 14:06

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Nestrak

Zitat von: Anna L. in 24.02.2015, 13:35
Mir es einfach alles zu doof geworden.
Die Stammtischler, die sich über die Politik aufregen, sind mir zu doof.
Und die Politiker an sich sind mir auch zu doof.
Wenn man nicht mehr ganz jung ist, entlarvt man das Spiel einfach irgendwann.

Mit deiner Nichtstimme legitmierst du aber den ganzen Sauhaufen  - da wäre es besser du machst ein Kreuzchen bei der "Hans Wurst" Partei. Wenn das viele machen bekommt in eurenm Fall die Frau Merkl das kalte Grausen und überlegt sich doch vielleicht wieder mehr Politik für die Massen zu machen. Weniger Stimmen = weniger Sitze im Parlament = weniger Geld.
Noch leben wir tatsächlich in einer Demokratie, das nehmen heute viele als Selbstverständlichkeit - ist es aber nicht. Wir haben im Endeffekt nur zwei Möglichkeiten - selber politisch aktiv zu werden, oder unsere Stimme abzugeben. Die Frustation die ihr habt ist heute leider oft anzutreffen und auch durchaus verständlich, aber das hilft nicht. Mit den Stimmen dieser Masse könnte man viel verändern. Leider weiß ich keinen Weg wie man diese aktivieren kann.

GregBradley

Mich würde interessieren, was passierte, wenn die Wahlbeteiligung unter 20% sänke (Konjunktiv II von 'sinken', Anm.). Man würde einfach so tun, als sei nicht gewesen und weiter machen, wie immer, oder?

Mir geht es mittlerweile wie Anna L. - völlig verdrossen, mich überhaupt noch damit zu befassen. Ich! Der ich diesen Scheiß (Politik) sogar zeitweise studierte!

Eine Wahlpflicht wäre vielleicht noch besser als ein Wahlrecht. Man müsste die Menschen zur Demokratie zwingen. Diese kommt mir im Übrigen jeden Tag ein Stück toter vor. Keiner will sie haben. Die Bürger nicht, denn es ist ihnen in Wahrheit eh alles scheißegal, so lange alles halbwegs weiter läuft wie bisher und sie ausreichend konsumieren können. Überhaupt wollen die Menschen gar kein Mitsprache- oder Selbstbestimmungsrecht, wer kam den auf den Quatsch, bitteschön? Der Mensch ist ein widerwärtiges, stinkenden, grunzendes Rudelviech, das ein Alphatier braucht, welches ihm permanent sagt, wie es laufen soll. Die Regierenden wollen sie (die Demokratie) schon zwei mal nicht, denn sie stört empfindlich bei der persönlichen Gewinn- und Machtmaximierung. Einige unbedeutende Kommunalpolitiker sind mit Sicherheit noch echte Überzeugungstäter, in denen ein Feuer brennt! Spätestens aber, wenn man sie an irgend einen Drücker setzt, bekommt man ihren Arsch mit der Brechstange nicht von ihrem Thron herunter gestemmt.

Die Frustration, die Nestrak anspricht, ist nicht der Grund für das fehlende politische Engagement. Es ist Bequemlichkeit. Solange wir nicht am Krepieren sind, lassen wir alle und alles um uns herum gewähren. Widerstand ist anstrengend, selbst ein kontinuierliches Interesse verlangt einen gewissen Einsatz. Nichtbeteiligung und Desinteresse sind viel geiler!

Ja grizem, žderem, režim, derem,
Njušim, stenjem, jedem, serem,
Ja lajem, džaram, sisam, karam...
U licu vošten, u duši - pošten!

Ja sam pit bull - terijer,
Ja sam, mala, pit bull – terijer!

mark208

Das Argument, die anderen sind auch nicht besser, höre ich hier in Bochum ständig mit der Folge, dass sich nie was ändert. Der neue SPD OB Kandidat ist ein Parteikarrierist ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Wieso wurde der wohl vorgeschlagen? Weil man sich nicht vorstellt, dass man verlieren könnte, selbst wenn man ungeeignete Kandidaten aufstellt.

Deswegen werden auch andere Positionen nicht nach Fähigkeit sondern nach Verdienst und Nähe zugeteilt. Solange man sich seiner Macht sicher ist, braucht man keine Rücksicht zu nehmen.

Das ist die Crux dieser Einstellung, sie verschärft die Probleme dauerhaft. Demokratie braucht Wechsel.

Retrofrank

"Die Partei" ist immer eine Alternative zum nicht wählen.

Anna L.

Zitat von: Nestrak in 24.02.2015, 21:02
Mit deiner Nichtstimme legitmierst du aber den ganzen Sauhaufen  - da wäre es besser du machst ein Kreuzchen bei der "Hans Wurst" Partei.

Eigentlich kommt das der Nötigung schon ziemlich nahe.
Herr Planetfall ist wohlschmeckend.

Anna L.

Zitat von: GregBradley in 24.02.2015, 23:43

Die Frustration, die Nestrak anspricht, ist nicht der Grund für das fehlende politische Engagement. Es ist Bequemlichkeit. Solange wir nicht am Krepieren sind, lassen wir alle und alles um uns herum gewähren. Widerstand ist anstrengend, selbst ein kontinuierliches Interesse verlangt einen gewissen Einsatz. Nichtbeteiligung und Desinteresse sind viel geiler!

Warum ist denn nicht mal Ruhe im Gebüsch?
Warum können die Dinge nicht einfach mal gleiten?
Warum muss es ständig einen Widerstand gegen irgendetwas geben?
Wo bleibt die Harmonie? Ist sie unerwünscht?
Was soll der Zirkus? Dieser permanente Zirkus. Gut fürs Herz ist er nicht. Und fürs Gemüt auch nicht.
Herr Planetfall ist wohlschmeckend.

Nestrak

Zitat von: GregBradley in 24.02.2015, 23:43
Mich würde interessieren, was passierte, wenn die Wahlbeteiligung unter 20% sänke (Konjunktiv II von 'sinken', Anm.). Man würde einfach so tun, als sei nicht gewesen und weiter machen, wie immer, oder?

Mir geht es mittlerweile wie Anna L. - völlig verdrossen, mich überhaupt noch damit zu befassen. Ich! Der ich diesen Scheiß (Politik) sogar zeitweise studierte!

Eine Wahlpflicht wäre vielleicht noch besser als ein Wahlrecht. Man müsste die Menschen zur Demokratie zwingen. Diese kommt mir im Übrigen jeden Tag ein Stück toter vor. Keiner will sie haben. Die Bürger nicht, denn es ist ihnen in Wahrheit eh alles scheißegal, so lange alles halbwegs weiter läuft wie bisher und sie ausreichend konsumieren können. Überhaupt wollen die Menschen gar kein Mitsprache- oder Selbstbestimmungsrecht, wer kam den auf den Quatsch, bitteschön? Der Mensch ist ein widerwärtiges, stinkenden, grunzendes Rudelviech, das ein Alphatier braucht, welches ihm permanent sagt, wie es laufen soll. Die Regierenden wollen sie (die Demokratie) schon zwei mal nicht, denn sie stört empfindlich bei der persönlichen Gewinn- und Machtmaximierung. Einige unbedeutende Kommunalpolitiker sind mit Sicherheit noch echte Überzeugungstäter, in denen ein Feuer brennt! Spätestens aber, wenn man sie an irgend einen Drücker setzt, bekommt man ihren Arsch mit der Brechstange nicht von ihrem Thron herunter gestemmt.

Die Frustration, die Nestrak anspricht, ist nicht der Grund für das fehlende politische Engagement. Es ist Bequemlichkeit. Solange wir nicht am Krepieren sind, lassen wir alle und alles um uns herum gewähren. Widerstand ist anstrengend, selbst ein kontinuierliches Interesse verlangt einen gewissen Einsatz. Nichtbeteiligung und Desinteresse sind viel geiler!

Sehr interessante Perspektive, das mit der Bequemlichkeit hatte ich so noch nicht in Betracht gezogen. Das würde bedeuten man müsste einen Weg finden den Nichtwählern die Stimmabgabe zu erleichtern - z.B online seine Stimme zu platzieren, da würde die Wahlbeteiligung wieder steigen.

Dein Posting hat mich überrascht - mit diesen Frust hatte ich bei dir nicht gerechnet - ist aber sehr pointiert.

Nestrak

Zitat von: Anna L. in 25.02.2015, 12:50
Eigentlich kommt das der Nötigung schon ziemlich nahe.

:lol: Ja, in gewisser Weise stimmt das, aber kein Sieg ohne Opfer. ;)


PsychoT

Zitat von: Nestrak in 25.02.2015, 14:21Sehr interessante Perspektive, das mit der Bequemlichkeit hatte ich so noch nicht in Betracht gezogen.
Ähem...
Zitat von: PsychoT in 23.02.2015, 18:57Von daher verschwende ich meine Energien sicherlich nicht dafür etwas ändern zu wollen, da ich ja weiß, dass es sowieso nicht klappen wird. Dazu bedarf es schon die Masse, aber die menschliche Masse ist einfach zu träge und schlichtweg zu blöd, ganz zu schweigen von der Gleichgültigkeit. Hauptsache man selbst kommt gut bei allem weg und man hat's bequem, das ist es doch, was die Menschen wollen. Nicht mehr und nicht weniger. Nach mir die Sintflut.

Nestrak

Ja, Greg hat es aber wesentlich deutlicher herausgearbeitet bzw. sich darauf fokussiert - deine Hauptargumentation baute auf Zeitverschwendung und Sinnlosigkeit auf und die Bequemlichkeit wird mit einem Satz abgehandelt.

PsychoT

Welcher allerdings den diesbezüglichen Zustand treffend zusammenfasst. :D
Wie auch immer...

Anna L.

#221
Es gibt aber auch Menschen, die sich mit Herzblut für die Politik engagieren, aber ansonsten nicht mal einer alten Oma über die Straße helfen, sondern sie eher noch vor ein Auto schubsen. Und die pochen dann gerne und stolz auf die "Verantwortung", die sie wahrnehmen. Aber natürlich gibt es auch Menschen, die komplett toll sind. Die sind dann allerdings schon wieder zu gut für diese Welt, was ja bekanntlich auch wieder einen Nachteil darstellen kann.

Herr Planetfall ist wohlschmeckend.

PsychoT

Komplett tolle Menschen sind aber die Ausnahme. In der Regel sind's Heuchler, gerade diejenigen, die sich der Öffentlichkeit in irgendeiner Form präsentieren. Das ist dann so wie bei den meisten Kirchgängern. Währenddessen befassen sie sich mehr oder weniger temporär mit dem Thema, um dann am Ende (i.d.F. des Gottesdienstes) alles wieder zu vergessen und "normal" weiterzumachen.

mark208

Steht jedem frei sich selbst zu engagieren. Finde solche überzogenen Beschimpfungen eigentlich eher peinlich, auch wenn sie populär sind. Ist ja auch bequemer sich geistig als besseren Menschen zu fühlen.

Anna L.

Zitat von: mark208 in 27.02.2015, 12:01
Ist ja auch bequemer sich geistig als besseren Menschen zu fühlen.

Nein, es ist anstrengender. Aber das wissen nur die, die wirklich geistig besser sind.
Herr Planetfall ist wohlschmeckend.